Die Eiche

Architektur der Begegnung

Der historische Kornspeicher „Die Eiche“ in Lübeck, erbaut 1873 durch Senator Thomas Johann Heinrich Mann, dem Vater des Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann, liegt auf der Lübecker Altstadtinsel am Hansahafen. Es ist der letzte verbliebene Kornspeicher der Familie Mann. Das vollständig denkmalgeschützte Gebäude, das einst der Lagerung von Getreide diente, wird nun als Kolumbarium, als „Indoor-Begräbnisstätte“ genutzt.

Standort
Lübeck, DE
Gesamtfläche
1.400 m2
Leistungsphasen
1 – 9
Eröffnung
2024

Zusammenarbeit mit Tiefgang

Einen Ort der Besinnung schaffen. Mitten unter den Toten – mit Platz für Gespräche und Gedanken. Dieser Aufgabe widmen wir uns bei der Architektur und Innenraumgestaltung des Kolumbariums im alten Kornspeicher „Die Eiche“, wo insgesamt etwa 3.400 Urnen einen Platz finden und den Verstorbenen in würdigem Rahmen gedacht werden kann. Für diesen besonderen Ort haben wir das Konzept entwickelt und Räume sowie Möbel gestaltet, die diesem Wunsch gerecht werden und eine respektvolle Brücke zwischen Geschichte und Moderne schlagen.

Bauliche Gestaltung, die das Herz bewegt

1873 als Kornspeicher errichtet und lang genutzt, gliedert sich der typisch hanseatische Klinkerbau des Kolumbariums in den Saum der Lübecker Altstadt ein. Diesen architektonischen Schatz sanieren wir von Grund auf über die sieben Stockwerke hinweg, ohne dabei seinen wahrhaftigen Kern außer Acht zu lassen. Für die Innengestaltung haben auch wir tief in uns hineingehorcht. Integrieren zahlreiche historische Elemente wie etagenübergreifende Dielenböden respektvoll in das Neue. So entsteht eine Gedenkstätte mit Seele, der den Charakter des Vergangenen ehrt.

Das Innere nach außen gekehrt

Neben der umfangreichen architektonischen Aufarbeitung der historischen Bausubstanz stammen auch die Designkonzepte für die unterschiedlichen Räume und Möbel aus dem Hause atelier 522. Die zentrale Halle für Trauerfeiern wird optisch durch einen fein austarierten Dialog zwischen der wuchtigen Balkenarchitektur und einer Lichtinstallation der Künstlerin Madlaina Lys geprägt. Tausende unglasierte Porzellanplättchen schaffen eine fragile und sanfte Lichtstimmung.

Still stehen

Ob mit wertigem Holz oder versilbertem, mundgeblasenem Glas verkleidet – die Konzeption der unterschiedlich großen Urnenkammern lässt den Angehörigen der Verstorbenen sanften Raum für die äußere Einbindung persönliche Gegenstände. Inseln der Erinnerung, eingebunden in einem historischen Ort, der seine Wandlung vom Korn- zum Gedächtnisspeicher vollzogen und eine neue sinnhafte Bestimmung gefunden hat.

drag

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